Rimbecker ist neuer EGV-Chef

Werner Hoppe (64) spricht im Interview über seine Leidenschaft fürs Wandern und den Wandertag in Paderborn.

Herr Hoppe, wer hat Ihre Begeisterung für das Wandern geweckt?

Werner Hoppe: Zum Wandern bin ich schon in der Volksschulzeit gekommen. Mein damaliger Lehrer Josef Leifeld war Vorsitzender der noch jungen Abteilung Rimbeck des Eggegebirgsvereins. Er legte nicht nur auf Schulwanderungen großen Wert, sondern auch auf die Sonntagswanderungen des Eggegebirgsvereins, bei denen immer viele Kinder dabei waren.

Was macht das Wandern aus Ihrer Sicht attraktiv?

Werner Hoppe: Ich nehme die Vielfalt und Schönheit der Natur besser wahr, als wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Ich höre einen singenden Vogel oder einen rauschenden Bach, ich sehe eine Blume am Wegesrand oder ein Reh bei der Äsung. Dann gibt es noch einen gesundheitlichen Aspekt. Wandern wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. Dieses wird vermehrt auch von den Krankenkassen anerkannt und gefördert. Beim Wandern in der Gruppe lässt sich der Gemeinschaftssinn fördern.

Sie haben 2005 den Vorsitz der Rimbecker EGV-Abteilung übernommen. Was qualifiziert Sie für den Hauptvorsitz?

Werner Hoppe: Da ich in meinem Heimatort Rimbeck mehrere Vereine als Vorsitzender geführt habe, bin ich in diesem Bereich kein Neuling. Durch meine Aufgaben und Aktivitäten in der EGV-Abteilung habe ich mir Wissen über das Wandern und die Wandervereine erarbeiten können.

Ist Ihnen der Hauptvorsitz angetragen worden?

Werner Hoppe: Etwa vier Wochen vor der Mitgliederversammlung am 23.März in Altenbeken, ist der bisherige Hauptvorstand an mich herangetreten und fragte, ob ich bereit sei, für das Amt des Hauptvorsitzenden zu kandidieren. Nach reiflicher Überlegung habe ich schließlich zugestimmt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. So wurde ich gewählt.

Wichtiger Bestandteil Ihrer Arbeit der ersten Jahre wird die Organisation des Deutschen Wandertages im Juni 2015 in Paderborn sein.

Werner Hoppe: Um dieses Projekt mit Leben zu füllen, haben der Eggegebirgsverein sowie Stadt und Kreis Paderborn schon Einiges auf den Weg gebracht. So ist mit allen Parteien kürzlich ein Gesellschaftervertrag über die Gründung einer Wandertags GmbH beschlossen worden. Zudem gibt es mehrere Arbeitsgruppen, die das Projekt vorbereiten. Als erster wichtiger Baustein ist ein Programmheft in Planung, mit dem wir uns spätestens beim Wandertag 2014 in Bad Harzburg vorstellen möchten.

Was erwartet die Besucher in Paderborn?

Werner Hoppe: Zum Deutschen Wandertag wird sich Paderbron wie immer bei Großveranstaltungen von seiner besten Seite zeigen. Auch eine großartige Gastfreundschaft werden die Wandertagsteilnehmer in der Domstadt erfahren können. Aber nicht nur die Wanderer sind eingeladen, auch Menschen aus dem ganzen Hochstift sind zum Wandern und Feiern willkommen.

Wie will sich der Eggegebirgsverein dort präsentieren?

Werner Hoppe: Der EGV wird sich als moderner und aufgeschlossener Wanderverein mit 5642 Mitgliedern in 48 Abteilungen vorstellen. Wir wollen die zu erwartenden 30.000 Gäste auf ihren Wanderungen begleiten und ihnen die abwechslungsreichen Gebiete in und um Paderborn vorstellen.

Wie soll die Egge als gutes Stück wanderbares Deutschland vorgestellt werden?

Werner Hoppe: Als prämierte Wanderwege haben wir den Eggeweg von den Externsteinen bis nach Marsberg und den Viadukt-Wanderweg rund um Altenbeken. Diese beiden Wege werden wir sicher ins Programm aufnehmen.

In der Vergangenheit gab es manchmal Kritik an der Auszeichnung der Wanderwege. Wird diese angenommen?

Werner Hoppe: Unsere Wegewarte sind das ganze Jahr mit der Kennzeichnung der Wege ehrenamtlich beschäftigt. Das wird von der Allgemeinheit kaum wahrgenommen. Bei der großen Zahl der Wege und Wegezeichen bleibt es nicht aus, dass mal Eines durch eine Baumfällung oder einen Souvenier-Jäger verloren geht. Deshalb sollte man immer eine Wanderkarte mitnehmen. Diese kann Jeder über die Internetseite des EGV für seinen gewünschten Bereich beziehen. Kritik wird angenommen, Fehler werden beseitigt. Ein Dankeschön an die Wegewarte kommt aber selten an.

Erhalten Sie Unterstützung bei der Kennzeichnung der Wege?

Werner Hoppe: Der Eggegebirgsverein trägt die Kosten für die Kennzeichnung seit einigen Jahren allein. Zuvor gab es noch einen Zuschuss des Landes NRW, der aber ersatzlos gestrichen worden ist. Hilfe erhalten wir von Städten, Kreisen und Forstämtern. In Zeiten leerer Kassen werden natürlich auch dort Einsparungen bei Wegeunterhaltung und Freischneidearbeiten vorgenommen.

Ein kurzer Blick in die Zukunft. Wird der EGV auch in 25 Jahren noch aktiv sein?

Werner Hoppe: Ich denke schon. Wir dürfen es nur nicht versäumen, unsere jüngeren Mitglieder frühzeitig in bestimmte Positionen in den Abteilungen oder im Hauptvorstand einzubinden. Dass dieses nicht immer leicht ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Vielleicht müssen wir aber hier und dort auch Ballast abwerfen, um Neues anzufangen. Möglicherweise kann man die Jugendlichen erreichen, wenn man verstärkt auf das Geo-Caching setzt und in diesem Bereich Vorträge und Kurse anbietet. Zudem müssen die Wandervereine bei den jungen Leuten viel Überzeugungsarbeit leisten. Es gibt viele, die wandern gehen, sich aber nicht an den Verein binden möchten.

Was ist denn Ihre Lieblingswanderstrecke?

Es gibt in unserem nahen Umfeld noch viele Wege, die ich noch erwandern möchte. Sehr gut gefällt mir der Hüttenpatt, der von Blankenrode zur Meerhofer Hütte führt.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zur Person: Werner Hoppe

Werner Hoppe ist in Rimbeck aufgewachsen und hat bis vor zehn Jahren auch noch dort gelebt. Heute wohnt der 64-jährige Ruheständler in Höxter. Die Vereinsarbeit zählt der zweifache Vater und vierfache Großvater zu seinen Hobbys. Der Schützenverein Rimbeck, dessen Vorsitzender er lange Jahre war, liegt ihm nach wie vor am Herzen. Hoppe ist dort Ehrenmitglied. Der gelernte Kaufmann arbeitete insgesamt 24 Jahre bei der Bundeswehr, zunächst als Soldat, später als Zivilangestellter in Borgentreich. Vor seinem Eintritt in den Ruhestand, war Hoppe Verwaltungsangestellter bei der Stadtverwaltung Lichtenau.