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Sonntag, 05.02.2012
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Wanderexperten vor Ort in Bad Driburg
Im Bild von links:Konrad Kappe, Hauptvorsitzender des EGV;Wolfgang Peters, Naturpark;Liane Jordan, DT. Wanderverband;Alexander Quante, Naturpark;Maria Demir, DT. Wanderverband;Hartmut Lüker, TWV; Heike Jandt, Umwelt Höxter;Markus Backes, OWL Marketing;Helmut Bangert und Helmut Zahlberg, TWV;Thomas Strathmann, Josef Jakob, Renate Mügge, EGV
Wanderexperten vor Ort in Bad Driburg
Wanderinfrastruktur verbessern.
Eine stetige und nachhaltige Qualitätsverbesserung der Wanderinfrastruktur zu erarbeiten, das war das Ziel einer Tagung des Deutschen Wanderverbandes im Wanderheim des Driburger Eggegebirgsvereins (EGV). Unter Leitung von Helmut Bangert (Teutoburger-Wald-Verein- TWV) trafen sich die Vertreter der ostwestfälischen Wandervereine, der Touristik- und Marketinggemeinschaften und des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge. Dabei war vor allem die Erarbeitung von Kriterien ein Thema, um die Qualitätswanderwege neu auszuzeichnen oder deren Zertifizierung zu verlängern. Der Eggegebirgsverein wurde dabei von Hauptwegewart Josef Jakob (Bad Driburg) und von Hauptwanderwart Willi Glunz (Asseln) vertreten. Als Referentinnen waren Liane Jordan und Maria Demir vom Deutschen Wanderverband in der Driburger Hütte.
Die „Qualitätsoffensive Wandern“ ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Wanderverbandes und des Deutschen Touristikverbandes mit dem Ziel, die Verbesserung und Förderung eines nachhaltigen Wandertourismus in Deutschland zu erreichen. Die objektive Qualität von Wanderwegen über den subjektiven Eindruck hinaus zu erreichen, ist dabei das zentrale Element, das in der Zertifizierung „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ mündet. Erster zertifizierter Wanderweg ist übrigens der Eggeweg von den Externsteinen bis Marsberg. Seine Wanderstrecke von 72 Kilometern ist ein Teilstück des Europäischen Wanderwegs E 1 von Flensburg bis Konstanz, den mehrere Abteilungen des Eggegebirgsvereins in den letzten Jahren erwandert und dabei nahezu 1.800 Kilometer zurückgelegt haben.
Um eine Zertifizierung zu erreichen, müssen vor allem die Kernkriterien erfüllt werden, die an einen Qualitätswanderweg angelegt werden: Naturbelassene Wege sollten 35 Prozent der Gesamtstrecke ausmachen. Nur fünf Prozent dürfen schlecht begehbare Teilstücke sein, höchsten 1500 Meter am Stück. Verbunddecken sollten die Größe von 20 Prozent (3000 Meter am Stück) nicht überschreiten. Höchstens 300 Meter können über befahrene Straßen führen, nur ein Zehntel des Weges sollte unmittelbar entlang einer befahrenen Straße führen.
Vor allem der nutzerfreundlichen Markierung ist besonderes Gewicht geschuldet. Sie muss über die gesamte Wegstrecke vorhanden sein. Attraktive Naturlandschaften, natürliche Stille und auch überregionale Sehenswürdigkeiten sind wichtige Bewertungspunkte im Kriterienkatalog. Dazu zählen Altwälder, naturnahe Quellen und eindrucksvolle Aussichten ebenso, wie Gasthäuser, die vor allem auch an Wochentagen geöffnet haben. „Das Kriteriensystem ist lernfähig“, so Josef Jakob. „Regionaltypische Besonderheiten werden von den Wegeexperten vor Ort berücksichtigt.“
Die wesentlichen Schritte zum Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ist der Antrag der Region, den Tourismusverband, Wanderverein oder Kommune stellen. Geschulte Personen (Bestandserfasser) sammeln die notwendigen Daten eines Weges, erstellen eine Stärken-Schwächen-Analyse und zeigen Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung auf. Die endgültigen Daten werden vom Deutschen Wanderverband unabhängig ausgewertet und analysiert, der Wanderweg wird stichprobenartig geprüft. Bei einem positiven Ergebnis erhält der Weg das Zertifikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“, das im Abstand von drei Jahren erneuert werden muss. Josef Jakob betont die Freiwilligkeit des Angebotes von Touristikern und Wanderern und stellt fest, dass Wanderwege, die nicht zertifiziert sind, nicht automatisch schlechter sein müssen, als die bewerteten Wege. Mit der Zertifizierung werde die Attraktivität eines Wanderweges aber objektiv messbar.


