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Freitag, 18.05.2012
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Wandertag Südegge im Waldinformationszentrum. Wanderer und Forstleute im guten Miteinander
Ernst-Heinrich Uber: Die Augen für Blick in die Natur öffnen
Hardehausen (hg) Mit herzlicher Freude empfingen die Forstleute des Waldinformationszentrums in Hardehausen die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde zum Südeggefest auf dem Hammerhof. Diese Veranstaltung bringe die Arbeit der Förster und die Bildungsarbeit des Hammerhofes so in das Blickfeld der interessierten Öffentlichkeit, wie das nicht alle Tage der Fall sei, betonte Hausherr Martin Wagemann in seiner Begrüßung: „Wir sensibilisieren mit dem Informationszentrum Hammerhof für Wald, Holz, Natur und Umwelt. Mit dem Südeggetreffen wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die gute Verbindung zwischen Forst und EGV aufrecht zu erhalten“. Wenn auch in Scherfede derzeit die Arbeit der EGV-Abteilung ruhe, so hoffe er, so Wagemann, dass die Mitgründungsabteilung des EGV bald wieder ins Leben treten könne.
Im Bild: Forstamtsleiter Ernst-Heinrich Uber, Hauptwegewart Josef Jakob, Vorsitzender Konrad Kappe und Martin Wagemann, im Eingangsbereich des Waldinformationszentrums Hammerhof.
Mit gleicher Freude begrüßte Forstdirektor Ernst-Heinrich Uber die Eggeleute, denn der Hammerhof sei ja nun einmal das Tor zur Südegge. Der Leiter des Regionalforstamtes Hochstift stellte zunächst sein neues Forstamt vor, nahm dann zur modernen Forstwirtschaft nach Kyrill Stellung und beleuchtete die Situation Wald und Tourismus.
In der Reihe der 16 Forstämter des Landes NRW sei das Regionalforstamt Hochstift zuständig für 79.000 Hektar Wald, in Bundes-, Landes-, Kommunal- und Privatbesitz. Und zwar in den Kreisen Höxter und Paderborn, in Minden und Bielefeld. Von Neuenheerse aus würden 250.000 m³ zentral vermarktet, dabei dominiert die Baumart Buche. Das habe dem Hochstiftforstamt den Beinamen Buchenforstamt eingebracht. Seine 175 MitarbeiterInnen (davon 30 Auszubildende) sind in 25 Förstereien in OWL tätig. Dazu erwähnte Ernst-Heinrich Uber zwei Sondereinrichtungen, eben das Walinformationszentrum Hammerhof und das Jugendwaldheim Ringelstein.
Um der gewaltigen Schäden nach Kyrill Herr zu werden, habe man alle Mitarbeiter zunächst geschult und dabei die moderne ‚Sicherheitskette Waldarbeiter’ nach vorn gebracht. Viele externe Forstunternehmen seien an der Schadensbearbeitung mit größten Maschinen im Einsatz gewesen. Allein 13 Harvester, mit einer Tagesleistung von 6000 m³ hätten gleichzeitig gearbeitet. Uber wertete es als großen Erfolg, dass es dabei keinen einzigen Unfall mit Personenschaden gegeben habe. Bei der Vermarktung habe man sich zunächst auf den Absatz von Frischholz konzentriert, um dann die stärkeren Hölzer offen oder „eingepackt“ einzulagern. Um unökologische Behandlungen in Grenzen zu halten, habe man alles Holz, das noch mit Erde verbunden war, zunächst unaufgearbeitet belassen. Uber dankte den Wanderern für ihr Verständnis, dass die Wanderwege aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten. Erst sei aber die Sicherheit vornan gewesen, dann habe die Erholung folgen können.
Große Schadensereignesse, so Ernst-HeinrichUber, böten aber immer auch Chancen für einen völligen Neuanfang, denn:
- Die Landschaft hat sich verändert und verändert sich weiter.
- Ganz neue Ausblicke nach geräumter Fläche stellen sich dar.
- Die standortgerechten Baumarten, die vital und stabil sind, werden gefördert.
- Die Struktur und die Artenvielfalt werden erweitert.
- Die Waldränder werden neu strukturiert und somit angriffsicherer.
- Die Fichte bleibt durch Naturverjüngung, sie wird nicht verdammt.
- Eiche, Hainbuche und Buche werden in Kultur gebracht.
- Ahorn und Esche wachsen als Naturverjüngung.
- Auf großen Teilen der Windwurfflächen setzt man auf Naturverjüngung.
- Der Wildbestand entwickelt sich in einer neuen Umgebung.
In den Bereichen Wald und Tourismus sei es die Vielfalt der Waldfunktionen, die gewahrt werden müsse. Nutz- und Schutzfunktionen in der von Menschen entwickelten Kulturlandschaft seien lebenswichtig, aber jeder Mensch braucht auch Erholung. Heute in einer von Stress geprägten Zeit wichtiger denn je, so Ernst-Heinrich Uber. Die “weiße Industrie”, setze sich gezielt damit auseinander.
„Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW öffnet die Wälder zum Zwecke der Erholung per Gesetz. Wir bieten eine gezielte Infrastruktur (Wege, Hütten, Info-Einrichtungen). Wir verknüpfen Erholung oder natürliche Abenteuerlust mit Umweltpädagogik, schlicht: Wir helfen, die Augen für den Blick in die Natur zu öffnen! Wir schaffen dazu besondere Einrichtungen im Rahmen eines Netzwerkes. In Höxter gibt es eine Waldjugendherberge mit Lehrpfad, in Nieheim einen Waldlehrpfad, in Bad Driburg das Buddenberg-Arboretum, in Hardehausen das Walderlebnisgebiet, in Meerhof den Naturerlebnispfad. Es gibt ein Arboretum in Dalheim, das Jugendwaldheim in Ringelstein, gezielte Waldführungen an der Wewelsburg, einen Schulwald bei Gellinghausen oder gar den Aussichtsturm auf Velmerstot. Und wir erhalten und verbinden Kulturdenkmäler, wie z.B. die Wüstung Blankenrode sowie die verschiedenen Klöster. Dabei legen wir Wert darauf, dass alle Waldbesitzarten im System mitmachen. Wir sind Mitglied im Kulturland Kreis Höxter und wir haben uns in diesem Jahr auf der Grünen Woche in Berlin für das südliche Paderborner Land öffentlichkeitswirksam eingesetzt.“
Der Wald sei nicht nur per Gesetz geöffnet. Man wolle ihn in der Region für die Gäste, und für die Bewohner, als Bestandteil der Heimat, interessant, abwechslungsreich und liebenswert – als Aushängeschild in OWL und im Hochstift, behandeln und nachhaltig nutzen.
EGV-Vorsitzender Konrad Kappe bedankte sich bei den Gastgebern und bei den Wanderfreundinnen und Wanderfreunden, die zum Wandertag Südegge zum Hammerhof angewandert waren. Kappe zusammenfassend „Wir sind gern gekommen, wir fühlen uns hier als Gäste angenommen und sehr wohl!“ Die Ausstellung „Wisent-Bison-Auerochse“ war für die Eggeleute eine interessante und gern genutzte Gelegenheit, sich über Arbeit des Waldinformationszentrums zu informieren.


