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Freitag, 18.05.2012
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Auf dem Schneewittchenpfad hinter den Sieben Bergen
Kleinenberger Eggeleute im Leinetal
Kleinenberg (hg) Es waren doch wohl die Sieben Berge um Alfeld herum (Himmelberg, Heimberg, Lauensberg, Ostenberg, Saalberg, Nesselberg und Nussberg), die die Brüder Grimm meinten, als sie die Sieben Zwerge im Märchen von der schönen Königstochter und der bösen Schwiegermutter dort ansiedelten, und sie so wohl weltbekannt machten. Jakob und Wilhelm Grimm lehrten nämlich an den Universitäten in Kassel und Göttingen und waren offenbar gern und oft im abwechslungsreichen Land an Leine.
Im Bild: Wanderfreundin Petra Schumacher hatte die Sommerfahrt mit Wanderungen und Besichtigungen, u.a. auf dem Schneewittchenpfad in Alfeld für die Kleinenberger Eggeleute vorbereitet.
Auf ihren Spuren wanderten nun die Eggeleute aus Kleinenberg, die mit ihrer Sommerfahrt 2007 das Leinetal und die Sieben Berge erkundeten. Schneewittchenpfad, Zwergenrastplatz und Zwergentummelplatz waren Stationen, die immer wieder an die Geschichte der sieben kleinen Bergleute erinnerten. Der Räuber Lippold, der die Bürgermeistertochter raubte, oder Hödeken, der Schutzgeist der Winzenburg und des Sackwaldes, sind weitere Sagengestalten, die den Wanderern symbolisch begegneten.
Die Wandergruppe, die den Schneewittchenweg erkundete, während die andere Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer die kulturellen Erfahrungen bei „Roswitha von Gandersheim“ und beim „Eulenspiegel von Einbeck“ erweiterte. Von links: Ewald Reichstein, Petra Schumacher, Dietmar Blaschke, Helmut Reichstein, Marie-Luise Schmitz und Josef Reichstein.
Dass man in Alfeld und im Leinetal nicht nur von den Mythen und Sagen leben kann, die die Brüder Grimm aus den Volkserzählungen aufgeschrieben haben, ist verständlich. Wirtschaftskraft und die Verarbeitung von Naturprodukten, wie Holz, Ton, Quarz oder Bundsandstein, prägen auch heute noch die Region. Wohl das bekannteste Unternehmen dort sind die Fagus-Werke, die auf die Schuhleistenfabrik von Carl Benscheidt zurückgehen. Ihre Bekanntheit nimmt das Fagus-Unternehmen (Fagus – biologischer Name der Buche) aber nicht vom Produkt, sondern aus der Tatsache, dass der junge Walter Gropius die Fabrik 1911 als erstes seiner Werke erbaute, und mit dieser Industriebauweise Maßstäbe in der Architekturgeschichte setzte: Ein Industriegebäude aus Stahl und Glas – ohne die bis dahin üblichen Eckstützen. Alles an diesem Bau war 1911 revolutionär: die Innenarchitektur, die Möblierung, die Beleuchtungskörper, die Beschläge. Die Fagus-Werke in Alfeld gelten als Geburtsort der Bauhaus-Philosophie, die von hier aus ihre Weltgeltung erlangt hat.
Bei der Führung durch die Fagus-Werke, von links: Marie-Luise Schmitz, Josefine Prange, Bernhard und Roswitha Hagelüken, verdeckt: Dietmar Blaschke, Helmut Reichstein, Petra Schumacher, Alfred Dickgreber, Josef und Ewald Reichstein. Im Vordergrund Werkführer Bogener. Nicht im Bild: Josef Prange, Fritz-Josef Thewes.
Petra Schumacher, gebürtige Alfelderin und Mitglied im Kleinenberger Wanderverein, hatte die Fahrt in ihre Heimat vorbereitet und planvoll organisiert. Auch die Erkenntnis, dass man im Tal der Leine schmackhafte Forellen züchtet, das haben die Kleinenberger Wanderfreundinnen und Wanderfreunde in der Fischerhütte in Winzenburg zum Abschluss der Sommerfahrt kulinarisch überprüft.



