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Freitag, 18.05.2012
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Herbstfahrt EGV und Soldatenkameradschaft
Ostfriesische Eindrücke gewonnen
Blick in die Geschichte im „Museum der Armut“
Kleinenberg (hg) Zunächst waren es die gewaltigen Ausmaße der Schiffsbaustelle Meyer-Werft in Papenburg, die die Teilnehmer der herbstlichen Erkundungsfahrt des Eggegebirgsvereins und der Soldatenkameradschaft Kleinenberg beeindruckten. Noch dazu, als man das frisch ausgedockte Kreuzfahrtschiff „Norwegian Pearl“ mit knapp 300 Metern Länge bewundern konnte, dessen Emsüberführung in der Nacht vom 4. auf den 5. November bevorsteht. Die Meyer Werft befindet sich in sechster Generation im Besitz der Familie Meyer. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Meyer Werft international einen guten Ruf erworben durch den Bau von Spezialschiffen wie luxuriösen Auto- und Passagierfähren, Ro-Ro- und Passagierschiffen sowie Gastankern und Tiertransportern und vor allem Kreuzfahrtschiffen. Geradezu diametral umdenken mussten die Eggeleute aus Kleinenberg, als sie mit Gästeführer Andreas Grübmeyer eine der ältesten und längsten Fehnkolonie (Moorsiedlung) Deutschlands
Im Bild: die Gruppe der Kleinenberger Ostfrieslandfahrer in der Meyer-Werft in Papenburg mit Gästeführer Andreas Grübmeyer.
Die unsägliche Armut und die heute unvorstellbaren Lebensverhältnisse leuchteten für die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde noch deutlicher und unmittelbarer im Moormuseum in Moordorf entgegen. Auf sieben Quadratmetern mit dreizehn Personen zu leben, eher zu hau-sen, was wohl alles andere als romantisch. Das stolze friesische Motto "lever dot at Slav" mit dem sich viele Landarbeiter und Mägde in Moorgegenden wie z. B. Moordorf bei Aurich oder in Stapelmoorerheide bei Weener ansiedelten, war ein teuer erkaufter Slogan. Die Moorkolonisation wurde oft zu einem grausamen Unterfangen. „Unsere Vorfahren hatten es gewiss nicht leicht, die Moorleute hatten es wohl sichtlich schwerer“, war eine der Bemerkungen, die die nachdenklich gewordenen Ostwestfälischen Besucherinnen und Besucher äußerten.
Das alte friesische Greetsiel mit seinem malerische Fischereihafen den Zwillingsmühlen, mit seiner historischen Kirche, dem Halemschen Haus, mit den alten Häuser und Gassen, mit dem das Schöpfwerk und dem alten(1798) und neuen Siel (1887)waren weitere Erkundungspunkte mit Blick auf die Historie. Endgültig aktuell und den Blick in die heutige Zeit öffnend, präsen-tierten sich die friesische Zentrale Aurich und der Außenhafen von Emden, mit seiner großen Autoverladung für ankommende und auslaufende Autotransportschiffe. Letztlich war es der ostfriesische Volkssport des Bosselns, der den Eggeleuten aus Ostwestfalen die friesische Lebensart mit dem oft hintergründigen Humor näher brachte.



