Wanderwege bleiben im Nationalpark bestehen

Eggegebirgsverein holt Informationen zur Zukunft der Senne und der Egge ein

Wanderwege bleiben auch im Nationalpark bestehen

von links: Ehrenvorsitzender Konrad Kappe, Landrat Manfred Müller, Vorsitzender Helmut Bangert und Naturschutzwart Bruno WiemershgPaderborn (hg) „Die Wanderwege werden nicht angetastet, ihr Bestand und ihr Verlauf bleiben gesichert.“ Das war die Kernaussage von Landrat Manfred Müller im Kreishaus Paderborn vor den Funktionsträgern des Eggegebirgsvereins. Sie trafen sich zu einer Information mit Müller, als sie sich über die Zukunft der Senne und der Egge informieren ließen. Er könne als Landrat diese Zusicherung zwar nicht garantieren, die Erfahrung in vergleichbaren Situationen zeige dies aber und mache ihn sehr zuversichtlich. Denn das sei ja ein wesentlicher Baustein der unstrittigen Forderung, einen Nationalpark in OWL im Konsens mit den Menschen in der Region, mit den Kreisen, Städten und Gemeinden einzurichten und nicht gegen sie. Den Eggeleuten war es zudem wichtig, die ehrenamtlichen Befugnisse nicht zu beschneiden. Der Eggegebirgsverein (EGV) wolle Informationen sammeln in einer neuen Situation, wie sie durch den angekündigten Abzug der britischen Soldaten entstanden sei. „Wir wollen die Diskussion offen halten, um später zu sachlichen Entscheidungen kommen zu können.“ Das hatte der Vorsitzende des EGV, Helmut Bangert, in seiner Begrüßung festgestellt.

Müller grenzte zunächst die Begriffe Naturpark und Biosphärenreservat voneinander ab und stellte fest, dass es für ein Biosphärenreservat noch keine gesetzliche Grundlage im Landschaftsgesetz gäbe, zumindest was die Finanzierung angehe. Ein Nationalpark als großräumiges Schutzgebiet, das vorrangig zum Schutz von Ökosystemen aber auch zu Erholungszwecken ausgewiesen werde, müssen sich in einem von Menschen nicht oder nur wenig beeinflussten Zustand befinden, oder ein entsprechendes Entwicklungspotenzial besitzen, führte Müller weiter aus. Ein solch besonderes Gebiet solle Basis sein für Forschung, Bildung und Erholung unter umwelt- und kulturverträglichen Aspekten. Dies treffe für die Senne allein nicht zu, weil es sich um ein von Menschen gestaltetes Kulturland handele. Allein schon deshalb sei ein Nationalpark nur in der Zusammenführung von Senne und Egge möglich. Die Frage nach den sogenannten Kernzonen, die einer knallharten Unterschutzstellung unterlägen, sei deshalb heute noch nicht zu beantworten. Sie müssten aber wohl in der Egge eingerichtet werden, weil die Senne über Zonen nicht verfüge, die den stringenten Anforderungen gerecht würden.

Für Müller war es sichtig zu betonen, den Briten solange Bleiberecht einzuräumen, wie sie es für nötig halten: „Denn die Natur wird durch das Militär geschützt.“ So sei es möglich, behutsame Übergänge möglich zu machen, wie sie für Natur und Wirtschaft gewünscht seien. Es sei auch wichtig, eine Aussage des Bundesverteidigungsministeriums abzuwarten, inwieweit die Senne nach den Briten noch benötigt werde. Keinesfalls dürfe es ein Bedrängen der Briten geben. Eine intensive, ergebnisoffene Diskussion müsse immer eine Bedingung erfüllen: Ein dauerhafter Einfluss der Region auf die Zukunft der Senne und der Egge müsse bei jeder Regelung erhalten bleiben.

Die Reihe der Informationen möchte der Eggegebirgsverein fortsetzen mit der Einladung an einen Vertreter von bestehenden Nationalparken. Vorsitzender Helmut Bangert kündigte damit eine weitere Veranstaltung an. Er bemüht sich derzeit um einen kompetenten Referenten und um eine zeitnahe Terminierung.

Foto, von links: Konrad Kappe (Ehrenvorsitzender des EGV), Landrat Manfred Müller, EGV-Vorsitzender Helmut Bangert und Hauptnaturschutzwart Bruno Wiemers.