„Die Leute wollen wandern!“

Wandervereine wollen Wegeplan erarbeiten

Paderborn (hg) Das Wanderwegenetz in der aktuellen und kontroversen Diskussion um einen Nationalpark (NLP) in OWL, das war das Thema einer weiteren Informationsveranstaltung der Hochstift-Wandervereine in Paderborn. Die Vertreter des Teutoburger Wald Vereins, des Lippischen Heimatbundes und des Eggegebirgsvereins ließen sich von Manfred Knauff vom Eifelverein (EV) über die Organisation des Wegenetzes im Nationalpark Eifel (Gründung: 2004, Fläche:10.880 ha) informieren. Man wolle Erfahrungen sammeln, betonte der Vorsitzende des Eggegebirgsvereins (EGV), Helmut Bangert, in seiner Begrüßung. Und Kurt Fritz Hohndorf vom Teutoburger Wald Verein (TWV) fügte hinzu, dass man im intensiven Informationsaustausch lernen wolle, das Optimale zu erreichen, aber irrige Vorstellungen zu vermeiden. Einig waren sich die Vertreter der Wandervereine in der Aussage, dass die derzeitige Diskussion aus ihrer Sicht zur Unzeit stattfinde, weil man nicht wisse, wie sich die politischen Strömungen in den nächsten zwanzig Jahren mit Blick auf die militärischen Nutzungen entwickeln werde. Allerdings sei der Weg der Meinungsfindung im Vorfeld einer Nationalparkverordnung überaus wichtig und notwendig.

Dass die Situation in OWL nicht mit der in der Eifel vergleichbar sei, machte Johannes Kopel-Varchmin vom Lippischen Heimatbund, im Konsens mit allen Teilnehmern deutlich. Auch wenn der NLP Eifel mit dem ehemaligen Truppenübungsplatz Dreiborner Hochfläche und mit dem Kermeter (hoher Teil der Nordeifel, Region Aachen, Düren und Euskirchen) nur eine unwesentlich größere Fläche umfasst, als sie in OWL diskutiert wird. Das letztendlich realisierte Wanderwegenetz umfasst hier 245 Kilometer. Im Eggegebirge wären 400 Kilometer Wanderwege betroffen, brachte Josef Jakob (Hauptwegewart EGV) in die Diskussion ein. Man wolle die Erfahrungen in der Eifel auf die Bedürfnisse in OWL zuschneiden. Und Manfred Knauff, der den Wegeplan für den NLP Eifel als Hauptkartenwart des Eifelvereins erarbeitet hatte, stellte fest. „Unsere Wegpläne müssen so gestaltet und in ihrer Ausprägung so vernetzt sein, dass das Gebiet eines Nationalparks für die Menschen erlebbar bleibt. Die Leute wollen wandern und nicht ausgeschlossen werden!“

Die Wandervereine (Lippischer Heimatbund, Teutoburger Wald Verein und Eggegebirgsverein, wollen nun einen Wegeplan in enger Zusammenarbeit untereinander und mit der Touristik erstellen und dabei jeden Wanderweg auf seine Notwendigkeit überprüfen und seine Attraktivität begründen. Kontakte zu Vertretern der Verbände von Reitern und Radfahrern sind dabei eingeplant.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie informierten sich mit ihren Wegewarten über die Erfahrungen des Eifelvereins mit dem dortigen Nationalpark, von links: Johannes Kopel-Varchmin (Lipp. Heimatbund), Helmut Bangert (EGV), Manfred Knauff (Eifelverein) und Kurt Fritz Hohndorf (TWV).