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Sonntag, 05.02.2012
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Eggegebirgsfest und 110 Jahre EGV in Altenbeken
Große Freude bei der Bekanntgabe des neuen Austragungsortes des Eggegebirgsfestes im Jahr 2011.
Im Bild von links: Bürgermeister Heinz Paus, Stadt Paderborn; Holger Röhren, 2. Hauptwanderwart EGV; Wolfgang Lüttkemeier, Vorsitzender der Abteilung Neuenbeken; Hans-Jürgen Wessels, Bürgermeister der Gemeinde Altenbeken; Konrad Kappe, Hauptvorsitzender EGV; Henrik Röhren, Träger des DWJ-Wimpels, Abteilung Neuenbeken; Bernhard Hagelüken, 2. Hauptvorsitzender EGV; Manfred Schnelle, Vorsitzender der Abteilung Altenbekenbei der Wimpelübergabe.
Bei herrlichem Sonnenschein kamen ca. 500 Wanderfreundinnen und Wanderfreunde zum 110-jährigen Jubiläum und gleichzeitig zum Eggegebirgsfest, dem höchsten Fest des Eggegebirgsvereins im Jahr, nach Altenbeken, um gemeinsam den Wimpel aus der Hand des Paderborner Bürgermeisters, Heinz Paus in Empfang zu nehmen und ihn dann an den Bürgermeister der Gemeinde Altenbeken, Hans-Jürgen Wessels weiterzugeben. Wohin Hans-Jürgen Wessels der Wimpel führen würde, war zum Zeitpunkt der Übergabe noch nicht klar. Kurz vor Ende der sehr gelungenen Veranstaltung konnte der Hauptvorsitzende des Eggegebirgsvereins Konrad Kappe dann bekannt geben, dass das nächste Eggegebirgsfest im kommenden Jahr die Wanderer nach Oesdorf, etwa 35 km ans andere Ende des Eggegebirges führen würde. Ein Jahr lang verwahrte der Paderborner Bürgermeister Heinz Paus die beiden Wimpel in seinem Büro in Paderborn. Er stellte diese Wimpelwanderung als eine außergewöhnliche Wanderung dar, denn der Bürgermeister der Stadt Paderborn gehört an Libori, dem Hochfest Paderborns eigentlich nirgendswoanders hin als nach Paderborn. Dennoch hat ihm die Wanderung viel Freude bereitet, nutzte er doch die Gelegenheit sich "warmzulaufen", denn im kommenden Urlaub in Südtirol wolle er seiner 4 Jahre alten Enkelin das Wandern näherbringen. Nun wurden die Wimpel weitergegeben an den Bürgermeister Hans-Jürgen Wessels aus der Gemeinde Altenbeken.
Bürgermeister Hans-Jürgen Wessels beim Eggefest 110 Jahre Altenbeken:
Natur erleben und zu sich selber finden.
Wanderer sind engagierte Streiter mit hohem Anspruch.
Das Wanderparadies liegt für uns im wahrsten Sinne des Wortes vor der Haustür. Zahlreiche, oft natur belassene Wege führen durch Wiesen und Wälder, über raue Mittelgebirgskämme und durch romantische Flusstäler. Wanderungen in unserer Region sind nicht nur ein besonderes Naturerlebnis, sondern sie bedeuten immer auch eine Begegnung mit unserer Geschichte. Man kann das Wandern rein als Sport betrachten, der schon mit geringer Ausstattung prinzipiell überall möglich ist und das ganze Jahr ausgeübt werden kann und einen Trainingseffekt für Muskulatur, Skelett und das Herz-Kreislauf-System hat.
Dies ist alles richtig und doch nur die halbe Wahrheit. Denn im Grunde genommen, ist Wandern doch so viel mehr! Eine Wanderung in der freien Natur spricht alle Sinne an und schärft die Wahrnehmung. Es geht hierbei nicht um irgendwelche Leistungen oder gar Rekorde, sondern einfach um das Natur erleben und zu sich selber finden. Die Wanderung trainiert nicht nur unseren Körper, sondern sie stärkt vor allem auch unsere Seele.
Im Grunde sind Wanderer engagierte Streiter mit hohem Anspruch. Pflege der Wanderkultur, Natur- und Umweltschutz, Landschafts- und Denkmalpflege und sogar Heimat- und Brauchtumspflege stehen auf Ihrer Agenda. Ich habe große Achtung davor, wie Sie diese gewaltigen Herausforderungen – in ihrer ganzen Bandbreite – engagiert und beständig, seit 110 Jahren, angehen. Dass es Ihnen gelingt, kann man in unserer wunderschönen Heimat auf Schritt und Tritt erleben. Eine Fülle von Aufgaben leitet sich aus diesen Verantwortlichkeiten ab. Allein die Unterhaltung des Wanderwegenetzes (über 4000 km) ist ein Mammutprojekt.
Besonders reizvoll sind jene Wege, die dem Wanderer ein reiches historisches Erbe offenbaren. Ein Paradebeispiel dafür ist der Eggeweg! Der Eggeweg, der den Namen unseres Vereins trägt, führt auf seiner gesamten Route durch die abwechslungsreiche Landschaft des Naturparks Teutoburger Wald/ Eggegebirge und folgt dabei dem Kamm des Eggegebirges, einer alten Heeres- und Handelsroute. Er führt von den geheimnisvollen Externsteinen bei Horn – Bad Meinberg zur alten sächsischen Eresburg, dem heutigen Obermarsberg. Dieses reich bewaldete Teilstück des Europäischen Fernwanderweges E 1 begeistert mit grandiosen Aussichten, sauberen Quellen und einzigartigen historischen Schätzen.
Die Altenbekener identifizieren sich mit keinem anderen Wanderweg so sehr, wie mit dem Eggeweg. War dessen Verwirklichung doch das erste Großprojekt des EGV und ist er doch in OWL der erste vom Deutschen Wanderverband als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnete Wanderweg. In diesem Jahr strebt er seine 2. Nach-Zertifizierung an. Ich bin sicher, dass dieser Wanderweg mühelos die ausgesprochen anspruchsvollen Kriterien des Deutschen Wanderverbandes erfüllt.
Als Bürgermeister der Gemeinde Altenbeken ist es mir natürlich ein Anliegen, Ihnen einen weiteren Wanderweg nahe zu bringen, einen Rundweg, der Altenbekens Eisenbahn-Geschichte auf charmante Art erlebbar macht: den Viadukt Wanderweg. Am Anfang stand die Suche nach der eigenen Altenbekener Identität. Zwei Begriffe wurden immer wieder genannt: Eisenbahn und Wandern. Wen wundert’s, ist Altenbeken doch in der ganzen Republik als Eisenbahnknotenpunkt bekannt. Kaum ein Bahnreisender, der nicht in Altenbeken ein- oder umsteigen muss. Und weil über 50 Prozent des Gemeindegebietes bewaldet sind, gibt’s das Naturerlebnis gratis dazu. Was also lag näher, als diese beiden Dinge zusammen zu bringen? Eisenbahn & Wandern: die Idee war geboren!
Mit den alle zwei Jahre stattfindenden Eisenbahn- & Kulturtagen VIVAT VIADUKT® haben wir uns inzwischen nicht nur unter Bahnfreunden einen guten Namen gemacht. Im Sommer nächsten Jahres ist Altenbeken wieder Anlaufstelle für Eisenbahnfreunde und Kulturinteressierte aus dem In- und Ausland und ich lade Sie schon heute ein (01./03. Juli), unsere Gäste zu sein.
In partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Gemeindeverwaltung, Eggegebirgsverein, Regionalforstamt Hochstift, dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge, der Touristikzentrale Paderborner Land und zahlreichen engagierten Privatpersonen, ist ein außergewöhnlich schöner und auf allen Etappen spannender Wanderweg für Eisenbahn- und Naturfreunde gleichermaßen entstanden. Und weil das Thema „Eisenbahn“ schon im Kindesalter begeistert, sind auch immer mehr Familien mit Kindern auf dem Viadukt Wanderweg unterwegs, immerhin winkt nach erfolgreicher Erwanderung auch eine Urkunde.
Denn eines ist wohl sicher: Nur wenn Wanderwege auch begangen werden, ist unser gemeinsames Ziel erreicht, kann das Erlebnis Natur von Groß und Klein, von Gruppen- oder Individualwanderern, von Wanderern, Walkern, Nordic-Walkern & Geocachern, Pilgern und Wallfahrern, um nur einige Facetten des Wanderns zu benennen, genossen werden.
Für unsere Gäste ist es wichtig, dass wir keine Abschottung in unseren Orten betreiben, sondern uns in der Region als große Gemeinschaft verstehen. Wir wissen in Altenbeken auch, wie schön das Silberbachtal ist, wie gut man auf dem Sachsenring wandern kann, dass es einen Sintfeld-Höhenweg gibt und viele weitere Wanderwege. Und genau das sollten wir auch unseren Gästen sagen! Wir sollten also nicht neidisch auf das schauen, was unsere Nachbarn haben! Nein, wir sollten auch die Wanderwege und Sehenswürdigkeiten in unseren Nachbarkommunen als Teil unserer Heimat begreifen und so stolz darauf sein, so dass wir unseren Gästen mit Begeisterung davon berichten. Für die Außendarstellung ist es ganz wichtig, dass wir ein regionales Bewusstsein entwickeln, ohne die Einzigartigkeiten unserer Städte und Dörfer aufzugeben. Der EGV mit seiner regional angelegten Struktur ist eigentlich prädestiniert für ein solches Denken.
Konrad Kappe, Hauptvorsitzender des Eggegebirgsvereins bedankte sich vor allem bei der "Gründungsabteilung Altenbeken für die Gastfreundschaft. Er stellte heraus: Diese Abteilung hat sich seit Generationen verdient gemacht. Abschließend wurde der nächste Austragungsort Oesdorf bekannt gemacht und unter Jubelrufen von den Wanderfreunden begrüßt.



